
…tja, was soll man schreiben…
diese musik ist einzigartig.
radioheads weichgekauter frickelrock
besitzt gigantisches suchtpotential.
mit ihrem gewuschel erzeugen die jungs eine neblige atmosphärere der verzweiflung und beklemmung. dabei werden die teilweise widerstrebenden melodien der einzelnen instrumente mit allerlei seltsamen nebengeräuschen angereichert und zu einem morbiden klangteppich verwoben.
diese schönheit bricht sich jedoch oft an den zahlreichen barrieren, die radiohead mit ihrem unüberhörbaren willen zur selbstdemontage errichten - vertrackte pixelklänge und nervenzehrendes hintergrundrauschen verwickeln sich mit thoms wehleidigem gejaule und der zuhörer bleibt zunächst erstmal ratlos vor seiner anlage hocken.
an all das muss man sich erstmal gewöhnen.
… zurück bleibt reines destillat, süßes gift, das süchtig macht. und wenn die seele sich erstmal dran gewöhnt hat, kann der junkie nicht mehr zurück.
getragen wird dieses grausig schöne konstrukt von thom yorkes wundervollen depressiven lyrics, die er, teilweise derb an der neurose vorbeischrammend, mit seiner unverwechselbaren fistelstimme vorträgt.
die lyrics sind die seele von radiohead. denn im tiefsten grunde (so denkt man) macht die band musik für die vom leben geprügelten und für all jene, die jeden tag damit rechnen vom rande des abgrundes zu stürzen.
[thom bietet aber keine erlösung, sondern macht den fall leicher]
hoffnung sollte man sich woanders suchen.
…please could you stop the noise, I am trying to get some rest…
das ist die maximalforderung von den jungs - mehr ist nicht drin.
statt heilung, euthanasie. in der erkenntnis, dass wir zum untergang verdammt sind liegt aber auch ein kleiner trost. denn wer sich stoisch ins schicksal fügt, kann das ganze elend gelassen nehmen, ohne sich vom wahnsinn unseres lebens bedrücken zu lassen.
und das neue album?
mit “in rainbows” bleiben sie sich auf jeden fall treu,
vielmehr gibt es nicht zu sagen.
die musik klingt immer noch grandios und lebt weiterhin von den grundelementen die den charakter der band ausmachen - flucht ins innere, resignation, traurigkeit, illusionslosigkeit.
ist es schön? > auf jeden fall faszinierend.

[autor: salka]